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Erklärvideo für Bau und Architektur: Bauprojekte, Abläufe und Sicherheit anschaulich erklären

Bauablauf, Planung, Bürgerinformation, Sicherheit: wofür sich ein Erklärvideo in Bau und Architektur eignet, wie es aufgebaut ist und was es kostet.

· 11 Min. Lesezeit · Von Daniel Stoll

Gezeichneter Querschnitt eines Hauses im Rohbau, daneben eine Zeitleiste mit Bauphasen und eine Familie, die auf den Plan zeigt.
Inhalt
  1. Wofür eignet sich ein Erklärvideo in Bau und Architektur?
  2. Wie erklären Sie Bauherren den Ablauf eines Bauprojekts?
  3. Wie machen Architekturbüros Planung und BIM verständlich?
  4. Was kann ein Erklärvideo bei der Bürgerbeteiligung leisten?
  5. Welche Rolle spielt ein Video bei der Sicherheit auf der Baustelle?
  6. Wie erklären Baustoff- und Gebäudetechnikhersteller ihre Produkte?
  7. Was kostet ein Erklärvideo für Bau und Architektur, und wie läuft es ab?
  8. Häufige Fragen zum Erklärvideo für Bau und Architektur
  9. Was sollten Sie vor dem Start festlegen?

Ein Bauprojekt ist schwer zu erklären, weil das Ergebnis erst am Ende zu sehen ist. Bauherren bekommen Pläne, Leistungsbeschreibungen und Termine, aber kein Bild davon, was wann passiert und wer wofür zuständig ist. Ein animiertes Erklärvideo schließt diese Lücke: Es zeigt den Ablauf Schritt für Schritt, macht Zuständigkeiten sichtbar und übersetzt Fachbegriffe in Bilder. Und es kann zeigen, was noch gar nicht existiert, etwa das fertige Haus, einen Querschnitt durch die Wand oder die Reihenfolge der Gewerke.

Dieser Beitrag richtet sich an Bauunternehmen, Architekturbüros, Projektentwickler sowie Hersteller von Baustoffen und Gebäudetechnik. Er zeigt, wofür sich ein Erklärvideo für Bau und Architektur, kurz: Erklärvideo Bau, eignet, wie Sie es für Bauherren, Planung, Öffentlichkeit und Baustelle aufbauen und was die Produktion kostet. Wenn Sie ein Erklärvideo erstellen lassen wollen, finden Sie am Ende die Punkte, die Sie vor dem Start festlegen sollten.

Wofür eignet sich ein Erklärvideo in Bau und Architektur?

Ein Erklärvideo lohnt sich überall dort, wo ein Ablauf mit vielen Beteiligten oder ein Angebot mit vielen Bestandteilen verstanden sein muss, bevor jemand unterschreibt, mitredet oder loslegt. In der Baubranche sind das vor allem fünf Situationen:

  • Projektvorstellung für Bauherren: was im Angebot steckt und in welcher Reihenfolge es passiert.
  • Planung erklären: Leistungsphasen, Entscheidungspunkte und die Arbeitsweise des Büros, etwa mit BIM.
  • Information der Öffentlichkeit: Pläne für ein Gebiet so zeigen, dass Laien sie verstehen.
  • Sicherheit und Regeln auf der Baustelle: als Ergänzung zur vorgeschriebenen Unterweisung.
  • Produkte und Technik: wie ein Baustoff oder eine Heizung funktioniert und für welche Gebäude sie passt.

Allen fünf ist gemeinsam, dass die Zuschauer keine Fachleute sind oder aus einem anderen Gewerk kommen. Ein Bauherr ohne Bauerfahrung kennt den Unterschied zwischen Entwurfs- und Ausführungsplanung nicht, ein Anwohner kann einen Bebauungsplan selten lesen. Die Animation ersetzt dabei nicht die Unterlagen, sondern macht sie zugänglich: Wer den Film gesehen hat, liest die Leistungsbeschreibung mit einem Bild im Kopf. Ein Vorteil gerade am Bau: Explainr produziert ausschließlich animiert, ein Drehtermin auf der Baustelle ist also nicht nötig. Gezeigt wird, was die Geschichte braucht, auch wenn noch kein Stein steht.

Wie erklären Sie Bauherren den Ablauf eines Bauprojekts?

Erzählen Sie den Weg, den der Bauherr selbst geht, nicht die Gliederung Ihrer Bau- und Ausstattungsbeschreibung. Ein gutes Beispiel ist das Erklärvideo für die Haus Compagnie. Es beginnt bei einer Familie: Jochen, Sabine und ihr Sohn Tom bekommen bald Nachwuchs, träumen vom eigenen Haus und haben keinerlei Bauerfahrung. Der Film zeigt, wie sie bei der Haus Compagnie ein Massivhaus erhalten, das nicht nur schlüsselfertig, sondern bezugsfertig ist, und bezahlt wird erst bei der Schlüsselübergabe. Die Idee dahinter: ein Komplettangebot mit vielen Leistungsbestandteilen über den Wunsch einer jungen Familie zu erklären statt über eine Bau- und Ausstattungsbeschreibung. Umgesetzt ist der Film als Whiteboard-Animation.

Diese Idee lässt sich auf andere Bauleistungen übertragen. Statt alle Leistungen aufzuzählen, kann ein solcher Film den Fragen folgen, die sich der Bauherr nacheinander stellt: Was will ich? Was übernimmt das Unternehmen? Was muss ich selbst tun? Wann zahle ich? Jede Leistung taucht dann genau an der Stelle auf, an der sie für die Familie wichtig wird.

Architekturbüros haben eine andere Ausgangslage, aber dasselbe Problem. Die HOAI teilt in § 34 die Grundleistungen für Gebäude und Innenräume in neun Leistungsphasen: Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Vorbereitung der Vergabe, Mitwirkung bei der Vergabe, Objektüberwachung mit Bauüberwachung und Dokumentation sowie Objektbetreuung. Für Fachleute ist das eine vertraute Ordnung, für Bauherren eine Liste von Begriffen. Ein Video muss nicht alle neun Phasen einzeln zeigen. Es kann sie zu wenigen Kapiteln bündeln, jeweils mit der Frage, die den Bauherrn in diesem Abschnitt beschäftigt:

Kapitel im Video Leistungsphasen nach HOAI Frage des Bauherrn
Planen 1 bis 4: Grundlagenermittlung bis Genehmigungsplanung Was wird gebaut, und wann entscheide ich?
Vorbereiten und vergeben 5 bis 7: Ausführungsplanung bis Mitwirkung bei der Vergabe Wer baut, und was ist festgelegt?
Bauen und betreuen 8 und 9: Objektüberwachung und Objektbetreuung Wer achtet auf der Baustelle auf Qualität, und was passiert nach dem Einzug?

So sieht der Bauherr, an welchen Stellen er Entscheidungen trifft und warum spätere Änderungen aufwendiger werden.

Wie machen Architekturbüros Planung und BIM verständlich?

Zeigen Sie, was die Arbeitsweise für den Bauherrn bedeutet, nicht, wie die Software funktioniert. Building Information Modeling, kurz BIM, beschreibt laut Bundesverkehrsministerium die durchgehende Digitalisierung aller planungs- und realisierungsrelevanten Bauwerksinformationen als virtuelles Bauwerksmodell. Das Ministerium betont, dass diese Methode eine synchronisierte Datenbasis schafft, auf die alle am Bau Beteiligten zugreifen können.

Für einen Bauherrn ist das abstrakt. In einer Animation wird daraus ein einfaches Bild: ein gemeinsames Modell in der Mitte, um das herum Architektin, Tragwerksplaner, Haustechnik und ausführende Firma arbeiten. Der Film kann zeigen, wer wann etwas ins Modell einträgt, wann der Bauherr gefragt ist und wie sich eine Änderung bei allen Beteiligten bemerkbar macht. So erklärt das Büro seine Methode, ohne Fachvokabular vorauszusetzen.

Wichtig für die Erwartung: Das Erklärvideo ist eine gezeichnete Animation, keine Visualisierung aus Ihrem Modell. Explainr übernimmt weder BIM-Modelle noch erstellt es 3D-Renderings. Ihre Unterlagen helfen trotzdem, denn laut der Kostenseite gilt: „Vorhandene Texte, Screenshots, CAD-Daten oder Produktfotos ersparen uns Recherche und Ihnen Stunden.“ Grundrisse, Ansichten oder Schnitte dienen dem Illustrator als Vorlage, damit das gezeichnete Gebäude Ihrem Projekt ähnelt.

Was kann ein Erklärvideo bei der Bürgerbeteiligung leisten?

Es kann Pläne für Laien verständlich machen; die Beteiligung selbst ist Aufgabe der Gemeinde. Laut § 3 Baugesetzbuch ist die Öffentlichkeit bei der Bauleitplanung möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen und die voraussichtlichen Auswirkungen zu unterrichten, und sie erhält Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung. Danach werden die Entwürfe der Bauleitpläne für die Dauer eines Monats, mindestens aber 30 Tage, im Internet veröffentlicht.

Diese Pflicht trifft die Gemeinde, nicht den Bauherrn und nicht den Projektentwickler. Die Bauleitpläne stellt nach § 2 BauGB die Gemeinde in eigener Verantwortung auf; sie kann aber die Vorbereitung und Durchführung einzelner Verfahrensschritte nach § 4b BauGB einem Dritten übertragen, etwa dem Planungsbüro eines Projektentwicklers. Dann kann gerade der Projektentwickler Material beisteuern, das die Planung anschaulich macht. Ob und wie es in der Beteiligung eingesetzt wird, entscheidet die Gemeinde. Wie Verwaltungen ihre Bürger mit Videos informieren, zeigt unser Beitrag zum Erklärvideo für Kommunen und Verwaltung. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung; klären Sie den Einsatz im Einzelfall mit der zuständigen Stelle.

Inhaltlich gibt das Gesetz eine gute Gliederung vor. Ein Video zu einem Bebauungsplan beantwortet dieselben drei Fragen, über die unterrichtet werden muss: Was soll hier entstehen und warum? Welche Varianten gab es? Was ändert sich für Anwohner, etwa bei Verkehr, Lärm oder Grünflächen? Eine Animation kann das Gebiet von oben zeigen, Varianten nebeneinanderstellen und Veränderungen nacheinander einblenden. Das hilft gerade Menschen, die einen Bebauungsplan nicht lesen können. Achten Sie darauf, dass der Film informiert und nicht wirbt, denn das Gesetz verlangt eine Unterrichtung über Ziele, Lösungen und Auswirkungen.

Welche Rolle spielt ein Video bei der Sicherheit auf der Baustelle?

Eine ergänzende. Unterweisen müssen Unternehmen ihre Beschäftigten ohnehin: Laut DGUV Vorschrift 1 hat der Unternehmer die Versicherten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu unterweisen, mindestens einmal jährlich, und die Unterweisung muss dokumentiert werden. Ob und wie weit ein Video diese Pflicht tragen kann, haben wir im Abschnitt Ersetzt ein Video die Pflichtunterweisung? unseres Beitrags zur internen Kommunikation beschrieben.

Am Bau kommt ein Punkt hinzu: Auf einer Baustelle arbeiten oft Beschäftigte mehrerer Firmen nebeneinander. Laut BG BAU zur Baustellenverordnung muss dann ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator, kurz SiGeKo, bestellt werden; der Bauherr kann diese Aufgabe auch selbst übernehmen. Ein kurzes Video zu den Regeln einer bestimmten Baustelle, etwa Zufahrt, Lagerflächen und Verhalten im Notfall, erreicht jede neue Kolonne gleich. Stimmen Sie die Inhalte mit dem SiGeKo und Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit ab.

Wie groß das Thema ist, zeigt die Statistik der DGUV zu meldepflichtigen Unfällen je 1.000 Vollzeitstellen: Für die BG der Bauwirtschaft weist sie für 2024 einen Wert von 43,76 aus, für die gewerbliche Wirtschaft insgesamt 20,24. Am Bau passieren bezogen auf die Arbeitszeit also gut doppelt so viele Unfälle. Sicherheit ist hier kein Randthema.

Wie erklären Baustoff- und Gebäudetechnikhersteller ihre Produkte?

Indem sie für jede Zielgruppe einen eigenen Film machen, statt alle Anwendungen in einen Film zu packen. Vaillant hat dafür eine Serie gewählt, mit einem Film je Zielgruppe: Der Teil zur Sole-Wasser-Wärmepumpe geoTHERM richtet sich an größere Bauvorhaben und zeigt, dass die Erdwärme genug Heizleistung für Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Gewerbe- und Gastronomiebetriebe bringt. Andere Filme der Serie stellen weitere Wärmepumpen vor, etwa für Luft-Wasser-Systeme.

Bei Materialherstellern steht oft der Herstellungsweg im Mittelpunkt. Der Film für Interprint zeigt den Weg eines Dekors von der Vorlage, gescanntem Holz oder Stein, über die Reproduktion bis zum fertigen Druck für Möbel und Böden, umgesetzt als Whiteboard-Animation im Standard-Paket. Und wer Immobilienverantwortlichen eine Leistung am Gebäude erklärt, kann sich an M-net orientieren: Der Film zeigt den Glasfaseranschluss als chronologischen Ablauf aus Nutzungsvereinbarung, Vor-Ort-Termin, Installation und Freischaltung für die Bewohner.

Was kostet ein Erklärvideo für Bau und Architektur, und wie läuft es ab?

Ein Film von einer Minute kostet bei Explainr je nach Paket 3.990 € bis 9.900 € netto; was die Pakete enthalten, steht auf der Seite zu den Kosten für ein Erklärvideo. Am Bau entscheidet vor allem die Zuarbeit darüber, wie schnell es vorangeht. Grundrisse, Schnitte, CAD-Daten und Fotos vom Bestand oder von Musterhäusern ersparen Recherche, weil der Illustrator Gebäude, Bauteile und Abläufe nicht erst nachfragen muss. Legen Sie diese Unterlagen schon dem Briefing bei.

Die zweite Stellschraube ist die Länge. Wer alle neun Leistungsphasen oder jeden Bauabschnitt in einem einzigen Film erklären will, landet schnell über 90 Sekunden, und eine zweite Minute verdoppelt die Animationsarbeit nahezu. Bei mehreren Projektphasen ist eine Serie kurzer Filme meist die bessere Wahl, etwa ein Film je Kapitel aus der Tabelle oben.

Der Ablauf erinnert an die Planung am Bau. Auf das Briefing folgt das Skript, das Sie freigeben. Danach entstehen Sprachaufnahme und Ton, darauf das Storyboard zur Stimme, das Sie ebenfalls freigeben. Erst dann beginnt die Animation. Sie geben also Skript und Storyboard frei, bevor animiert wird. Wie bei Entwurfs- und Ausführungsplanung gilt: Was in diesen frühen Schritten geklärt ist, muss später nicht umgebaut werden.

Häufige Fragen zum Erklärvideo für Bau und Architektur

Dreht Explainr auch auf der Baustelle?

Nein. Explainr produziert ausschließlich animiert, ein Drehtermin ist nicht nötig. Baustellenaufnahmen, Drohnenflüge oder 3D-Renderings gehören nicht zur Leistung. Pläne, CAD-Daten und Fotos helfen aber als Vorlage für die Illustration.

Ersetzt ein Erklärvideo die Sicherheitsunterweisung?

Nicht allein, aber es kann einen wesentlichen Teil tragen. Die Unterweisung nach DGUV Vorschrift 1 muss mindestens jährlich stattfinden und dokumentiert werden; stimmen Sie den Einsatz des Videos mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit ab.

Muss ein Projektentwickler die Öffentlichkeit mit einem Video informieren?

Nein. Die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit nach § 3 Baugesetzbuch ist Aufgabe der Gemeinde, die einzelne Verfahrensschritte allerdings nach § 4b BauGB einem Dritten übertragen kann, etwa dem Planungsbüro eines Projektentwicklers. Ein Video kann diese Unterrichtung ergänzen, wenn die Gemeinde es einsetzen möchte.

Wie lang sollte ein Erklärvideo für ein Bauprojekt sein?

Die Pakete gelten für einen Film von einer Minute, und das reicht für eine Kernaussage, etwa den Weg vom Erstgespräch bis zur Schlüsselübergabe. Mehr Inhalt verteilen Sie besser auf mehrere kurze Filme, denn eine zweite Minute verdoppelt die Animationsarbeit nahezu.

Was sollten Sie vor dem Start festlegen?

Legen Sie vor dem Briefing fest, wen der Film erreichen soll und an welcher Stelle Ihres Ablaufs er eingesetzt wird: im Erstgespräch mit Bauherren, bei der Vorstellung einer Planung, für die Öffentlichkeit, auf der Baustelle oder im Vertrieb Ihrer Produkte. Daraus ergibt sich die Kernaussage, und daraus die Länge. Erzählen Sie den Ablauf aus Sicht der Zuschauer, wie die Familie im Film der Haus Compagnie, und bündeln Sie Fachbegriffe wie die Leistungsphasen zu wenigen verständlichen Kapiteln. Halten Sie rechtliche Pflichten auseinander: Unterweisen müssen Unternehmen, die Öffentlichkeit beteiligt die Gemeinde. Stellen Sie vorhandene Pläne und Unterlagen früh bereit, und nutzen Sie die Freigaben von Skript und Storyboard, bevor animiert wird. Einen Überblick über Stile und Ablauf finden Sie auf unserer Seite zum Erklärvideo.

Von Daniel Stoll

Explainr — Erklärvideos seit 2012

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