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Erklärvideo für Logistik und Supply Chain: Abläufe erklären
Wie Speditionen, Logistikdienstleister und Verlader Erklärvideos für Vertrieb, Software, Belegschaft und Lieferkette nutzen – mit Beispielen und Preisen.
· 9 Min. Lesezeit · Von Daniel Stoll
Inhalt
- Wofür setzen Logistikunternehmen Erklärvideos ein?
- Warum zählt Mehrsprachigkeit in der Logistik besonders?
- Wie hilft ein Erklärvideo bei der Suche nach Fahrern und Lagerpersonal?
- Wie erklären Sie ein Logistikangebot mit vielen Leistungsstufen?
- Wie macht ein Film Logistik-Software und Verpackung sichtbar?
- Wie vermitteln Sie Regeln und Abläufe an die Belegschaft?
- Wie erklären Sie Pflichten in der Lieferkette?
- Was leistet ein Film für Marke und Kundenkommunikation?
- Was treibt den Aufwand bei einem Logistikvideo?
- Was sollten Sie vor dem Briefing im Betrieb klären?
Logistik ist voller Abläufe, die von außen niemand sieht: wie eine Sendung durch das Versandzentrum läuft, wie eine Software Ladungsträger verfolgt oder welche Sorgfaltspflichten in der Lieferkette gelten. Wer mit einem Erklärvideo Logistik-Abläufe verständlich machen will, reduziert genau diese unsichtbaren Schritte auf einen roten Faden, dem Kunden, Bewerber und Beschäftigte in rund einer Minute folgen können. Mehr Länge ist möglich, kostet aber spürbar mehr, dazu weiter unten.
Ob Sie in der Spedition den Vertrieb verantworten, in der Kontraktlogistik neue Schichten einarbeiten oder als Verlader Ihre Lieferanten informieren: In den folgenden Abschnitten finden Sie die passenden Einsatzfelder, Beispiele aus Projekten für DB Schenker, BITO und Gebhardt Fördertechnik und eine Checkliste für die Vorbereitung. Wenn Sie gleich loslegen wollen, können Sie Ihr Erklärvideo erstellen lassen.
Wofür setzen Logistikunternehmen Erklärvideos ein?
Logistik lebt von Übergaben zwischen Auftraggeber, Spedition, Lager und Empfänger. Ein Erklärvideo zeigt, wie Leistungen, Prozesse und Regeln an diesen Übergängen ineinandergreifen. Das betrifft den Vertrieb ebenso wie die Personalgewinnung, die Einarbeitung neuer Beschäftigter und die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten.
Die Branche ist groß und arbeitsteilig. Laut dem Branchenverband DSLV waren am 31.12.2024 in Spedition und Logistik 592.622 Menschen beschäftigt, die Speditions- und Logistikdienstleister erzielten 2023 einen Umsatz von 123,1 Milliarden Euro. Die Logistikabteilungen von Industrie und Handel sind in diesen Zahlen noch gar nicht enthalten. Entsprechend viele Schnittstellen gibt es, an denen Menschen einen Ablauf verstehen müssen, den sie nicht selbst gestaltet haben.
| Einsatzfeld | Typische Aufgabe des Films | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Vertrieb und Leistungen | Ein vielstufiges Angebot an einem Beispiel zeigen | Verlader, Einkauf |
| Software und Portale | Erfassung, Status und Meldewege sichtbar machen | Kunden, Disposition |
| Recruiting | Berufsbild und Arbeitsalltag vorstellen | Fahrer, Lagerpersonal |
| Einarbeitung und Unterweisung | Regeln und Abläufe einheitlich vermitteln | Belegschaft aller Schichten |
| Lieferkette und Compliance | Sorgfaltspflichten verständlich machen | Lieferanten, Kunden |
| Marke | Eine Botschaft emotional erzählen | Kunden, Öffentlichkeit |
Warum zählt Mehrsprachigkeit in der Logistik besonders?
Ein Film, der nur auf Deutsch funktioniert, erreicht in Lager, Umschlag und Fahrdienst oft nur einen Teil der Leute, für die er gedacht ist. Ein Grund liegt in der Zusammensetzung der Belegschaft: Laut einer Auswertung der Arbeitsagentur zu ausländischen Arbeitskräften haben ausländische Fachkräfte den Rückgang deutscher Berufskraftfahrer im Güterverkehr zwischen Juni 2022 und Juni 2023 zu rund 70 Prozent ausgeglichen.
Entscheiden Sie deshalb vor dem ersten Skriptentwurf, in welchen Sprachen der Film laufen soll. Denn eine zusätzliche Fassung ist mehr als ein neuer Sprecher: Der Text wird übersetzt und neu eingesprochen, die Animation an die neue Tonspur angepasst und jede Einblendung ausgetauscht. Wer das weiß, schreibt knappe Einblendungen, lässt den Szenen etwas Spielraum für längere Sätze und erzählt die Handlung so deutlich über das Bild, dass sie auch ohne perfektes Sprachverständnis trägt. Das Premium-Paket von Explainr enthält eine zweite Sprachfassung.
Wie hilft ein Erklärvideo bei der Suche nach Fahrern und Lagerpersonal?
Ein kurzer Film zeigt Bewerberinnen und Bewerbern für Fahrdienst oder Lager, wie ein Arbeitstag aussieht, welche Wege es in den Beruf gibt und was das Unternehmen bietet. Das ist eine Möglichkeit, sich von einer reinen Stellenanzeige abzuheben, gerade dort, wo Bewerber knapp sind.
Und sie sind knapp: Die Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit zählt 157 Engpassberufe und nennt Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer weiterhin als stark nachgefragt.
Wie erklären Sie ein Logistikangebot mit vielen Leistungsstufen?
Ein vielstufiges Angebot wird verständlich, wenn der Film nicht alle Leistungen aufzählt, sondern eine Person durch eine konkrete Aufgabe begleitet. Der Zuschauer erlebt die Leistungen dann in der Reihenfolge, in der er sie selbst brauchen würde.
So arbeitet der Film für BITO Lagertechnik: Logistikleiter Stefan soll an einem neuen Standort ein Lager aufbauen. Der Film zeigt, wie BITO ihn von Beratung und Planung über die Projektierung bis zur Inbetriebnahme und zum Aftersales begleitet, alles aus einer Hand. Aus einer Leistungsliste wird so ein Projektverlauf, den ein Logistikleiter wiedererkennt.
Einen anderen Weg geht der Erklärfilm für Gebhardt Fördertechnik. Er beginnt mit der Folge eines Problems: Sabines Paket kommt nicht an, weil die Fördertechnik im Versandzentrum dem wachsenden Versandaufkommen durch Online-Bestellungen nicht mehr gewachsen ist. Erst danach zeigt der Film das modulare System, das sich per Plug-and-Play installieren, erweitern und umbauen lässt. Wer das Problem gesehen hat, versteht den Nutzen der Lösung sofort.
Wie macht ein Film Logistik-Software und Verpackung sichtbar?
Animation zeigt, was sich nicht filmen lässt: Datenflüsse, Statusänderungen und Wege, die über viele Standorte verteilt sind. Für Software und digitale Dienste in der Logistik ist das der entscheidende Vorteil gegenüber einem Realfilm oder einer Bildschirmaufnahme.
Ein Beispiel ist der Film für Gestellpool Europe. Er erklärt eine cloudbasierte Software, die Standort und Leihstatus von Transportgestellen digital erfasst, und zeigt, wie Kunden die Rückgabe per Telefon, Fax, Web oder App melden. Der Film setzt beim Kostenproblem an, das die Software löst, und führt von dort zur Lösung. Nach demselben Muster ließen sich auch ein Track-and-Trace-Portal oder ein Kundenportal für Sendungsstatus erklären: Ausgangspunkt ist die Frage, die der Kunde sonst am Telefon stellen würde.
Auch die Verpackung gehört zur Lieferkette. Der Erklärfilm für t&s zum Verpackungskonzept MyPureBox beginnt mit dem Problem: Marco verschickt eine Sitzecke in fünf großen Paketen. Danach zeigt der Film die Lösung, bei der alle Teile eines Sets in recyclingfähigem Karton auf einer recycelbaren Palette zusammen reisen. Solche Konzepte sind im Gespräch schwer zu beschreiben, im Film aber in wenigen Sekunden nachvollziehbar.
Wie vermitteln Sie Regeln und Abläufe an die Belegschaft?
Regeln werden verständlich, wenn der Film sie Schritt für Schritt in der Reihenfolge zeigt, in der sie im Alltag gebraucht werden, ohne Fachsprache. Das Erklärvideo für den DVR zum Verhalten im Linienbus macht das vor: Vom Ticketkauf bis zum Zebrastreifen zeigt es nacheinander, wie man sich richtig verhält. Das Beispiel stammt aus dem Straßenverkehr, das Prinzip der klaren Schrittfolge lässt sich aber auf viele Abläufe übertragen.
In der Logistik sind das etwa Abläufe im Lager oder auf dem Betriebshof, die Einarbeitung neuer Beschäftigter oder Hinweise, die jede Schicht kennen muss. Ein Film sorgt dafür, dass alle Standorte und Schichten dieselbe Erklärung bekommen, auch wenn die Einarbeitung zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet. Er ersetzt dabei nicht die Unterweisung durch Vorgesetzte, sondern bereitet sie vor und macht sie einheitlicher.
Für Sicherheitsunterweisungen gelten eigene Anforderungen. Was ein Film dort leisten kann und was nicht, beschreibt unser Beitrag zum Erklärvideo für die interne Kommunikation ausführlich.
Wie erklären Sie Pflichten in der Lieferkette?
Ein Erklärvideo übersetzt abstrakte Pflichten in nachvollziehbare Abläufe: Was prüft das Unternehmen, wer kann sich wohin wenden, was erwartet es von Lieferanten. Das betrifft vor allem Verlader und große Logistikdienstleister, die ihre Lieferanten und Partner auf gemeinsame Regeln verpflichten.
Nach Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gilt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz seit dem 1. Januar 2024 auch für Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten, zuvor lag die Schwelle bei 3.000. Zu den Sorgfaltspflichten gehören laut der Überblicksseite des BAFA unter anderem ein Risikomanagement, eine Grundsatzerklärung, ein Beschwerdeverfahren und die Dokumentation. Die Pflichten sind nach den tatsächlichen Einflussmöglichkeiten des Unternehmens abgestuft. Die Bundesregierung plant Änderungen am Gesetz; den Stand nennt die BAFA-Seite. Prüfen Sie ihn vor dem Briefing.
Für ein Video eignen sich davon vor allem die Teile, die Partner verstehen und anwenden müssen, zum Beispiel das Beschwerdeverfahren: wer es nutzen kann, wie eine Meldung abläuft und was danach passiert. Die rechtliche Bewertung bleibt bei Ihrer Rechtsabteilung, der Film sorgt dafür, dass die Regeln bei Lieferanten und Beschäftigten ankommen.
Was leistet ein Film für Marke und Kundenkommunikation?
Nicht jedes Logistikvideo muss einen Prozess erklären. Manchmal geht es darum, ein Versprechen an Kunden in einer kurzen Geschichte zu erzählen. Dann steht die Botschaft im Vordergrund, nicht der Ablauf.
Ein Beispiel ist der Weihnachtsspot für DB Schenker. In kurzer Zeit zeigt er, wie Sendungen pünktlich zum Fest ankommen, ob in der Nähe oder in der Ferne, in der Großstadt oder im entlegenen Winkel. Der Film erklärt keine Leistung im Detail, sondern transportiert die Markenbotschaft der Zuverlässigkeit. Für solche Anlässe eignet sich ein kurzer, emotionaler Film besser als ein ausführliches Erklärvideo.
Was treibt den Aufwand bei einem Logistikvideo?
Der größte Hebel ist die Länge. Laut der Seite zu den Kosten eines Erklärvideos verdoppelt eine zweite Minute die Animationsarbeit nahezu, und die ist der größte Kostenblock einer Produktion. Die drei Pakete kosten 3.990 € (Smart), 5.990 € (Standard) und 9.900 € (Premium) netto, jeweils für ein fertiges Video von einer Minute.
In der Logistik wächst die Länge schnell, weil viele Abläufe aneinanderhängen. Wer Wareneingang, Kommissionierung und Versand in einem einzigen Film zeigen will, landet fast zwangsläufig bei der zweiten Minute. Meist ist es besser, einen Ablauf pro Film zu erklären und die Filme dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Sprachfassungen sind der zweite Posten: Eine weitere Fassung kostet deutlich weniger als ein zweites Video, summiert sich aber, wenn die Belegschaft viele Sprachen spricht.
Was sollten Sie vor dem Briefing im Betrieb klären?
Ein Logistikvideo wird schneller fertig, wenn die Abläufe, die es zeigen soll, vorher im Betrieb einmal sauber aufgeschrieben sind. Oft unterscheidet sich die Praxis zwischen Standorten, Schichten oder Kunden, und genau diese Unterschiede müssen geklärt sein, bevor ein Skript entsteht.
Hilfreich sind vor allem diese Vorbereitungen:
- Prozessbeschreibung: Arbeitsanweisungen, Ablaufgrafiken oder Hallenpläne für den Ablauf, den der Film zeigt, möglichst in der aktuell gültigen Fassung.
- Sprachenliste: Welche Muttersprachen gibt es in den Schichten, welche Sprachen erwarten Ihre Kunden? Daraus ergibt sich, wie viele Fassungen nötig sind.
- Fachliche Ansprechperson: Jemand aus Lager, Disposition oder Fuhrpark, der den Ablauf täglich erlebt und Fragen im Briefing beantworten kann.
- Freigabekreis: Wer zeichnet ab, etwa Betriebsleitung, HR, Kommunikation oder bei Compliance-Themen die Rechtsabteilung? Bündeln Sie die Rückmeldungen, denn pro Prozessschritt ist eine Korrekturschleife enthalten.
- Bildmaterial: Screenshots aus Lagerverwaltung oder Kundenportal, Fotos von Fahrzeugen, Ladungsträgern und Verpackung als Vorlage für die Zeichnungen.
Liegen diese Unterlagen bereit, geht das Briefing schnell, und der Film erklärt am Ende an jedem Standort und in jeder Schicht dasselbe: ob es um ein Angebot für Verlader, ein Portal für Kunden, die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen oder Regeln für Lieferanten geht.
Von Daniel Stoll
Explainr — Erklärvideos seit 2012