Social Media
Erklärvideo für LinkedIn: Format, Länge und Aufbau im B2B
Formate, Länge, Untertitel: was LinkedIn für Videos vorgibt, wann Beitrag oder Anzeige passt und wie Sie Ihr Erklärvideo für den LinkedIn-Feed planen.
· 11 Min. Lesezeit · Von Daniel Stoll
Inhalt
- Welche Formate und Längen gibt LinkedIn für Videos vor?
- Warum braucht ein Erklärvideo auf LinkedIn Untertitel?
- Beitrag, Anzeige oder Hervorheben: Welcher Weg passt?
- Wie bauen Sie ein Erklärvideo für den LinkedIn-Feed auf?
- Was legen Sie für LinkedIn-Fassungen im Briefing fest?
- Woran messen Sie den Erfolg eines Erklärvideos auf LinkedIn?
- Häufige Fragen zum Erklärvideo auf LinkedIn
- Was sollten Sie vor dem Start festlegen?
Ein Erklärvideo funktioniert auf LinkedIn, wenn es drei Dinge erfüllt: Es passt in die technischen Vorgaben der Plattform, es versteht sich ohne Ton, und das Wichtigste steht in den ersten Sekunden. LinkedIn empfiehlt für Videoanzeigen 15 bis 30 Sekunden, Untertitel und die stärksten Inhalte in den ersten 10 Sekunden. Wer ein Erklärvideo LinkedIn-gerecht aufbereiten will, plant also eigene Fassungen. Ein Erklärvideo von einer Minute für die Website ist ein guter Ausgangspunkt, aber selten schon die fertige LinkedIn-Fassung. Wenn Sie ein Erklärvideo erstellen lassen, planen Sie diese Fassungen deshalb am besten gleich mit.
Dieser Leitfaden richtet sich an Marketingverantwortliche im B2B, die ein Erklärvideo auf LinkedIn einsetzen wollen. Er zeigt die Formate und Dateivorgaben, den Unterschied zwischen Beitrag, Anzeige und Hervorheben, den Aufbau für den Feed, was Sie für LinkedIn-Fassungen im Briefing festlegen, und die Kennzahlen, mit denen Sie den Erfolg prüfen. Alle Vorgaben stammen aus den Hilfeseiten von LinkedIn, abgerufen im Oktober 2026.
Welche Formate und Längen gibt LinkedIn für Videos vor?
LinkedIn unterscheidet zwischen Videoanzeigen und normalen Beiträgen, und die Vorgaben weichen deutlich voneinander ab. Für Anzeigen gilt laut den Vorgaben für Videoanzeigen eine Länge von 3 Sekunden bis 30 Minuten, eine Datei zwischen 75 KB und 500 MB im Format MP4 mit dem Codec H.264 oder VP8 und eine Bildrate unter 30 Bildern pro Sekunde. Für Beiträge, egal ob auf Ihrem Profil oder auf der Unternehmensseite, sind die Grenzen weiter gesteckt.
Laut den Vorgaben für Videobeiträge darf ein Beitragsvideo bis zu 15 Minuten lang und bis zu 5 GB groß sein. Die Mindestlänge beträgt 3 Sekunden beim Hochladen am Desktop und 2 Sekunden in der LinkedIn-App. Erlaubt sind Auflösungen von 256 × 144 bis 4096 × 2304 Pixeln, Bildraten von 10 bis 60 Bildern pro Sekunde und Seitenverhältnisse von 1:2,4 bis 2,4:1. Neben MP4 nimmt LinkedIn für Beiträge auch MOV und AVI an. Für ein Erklärvideo spielen diese Obergrenzen selten eine Rolle; entscheidend sind Seitenverhältnis und Bildrate.
| Vorgabe | Videoanzeige | Beitrag auf Profil oder Unternehmensseite |
|---|---|---|
| Länge | 3 Sekunden bis 30 Minuten, empfohlen 15–30 Sekunden | ab 3 Sekunden (Desktop) bzw. 2 Sekunden (App), bis 15 Minuten |
| Dateigröße | 75 KB bis 500 MB | bis 5 GB |
| Datei und Bildrate | MP4, H.264 oder VP8, unter 30 Bilder pro Sekunde | u. a. MP4, MOV, AVI; 10–60 Bilder pro Sekunde |
| Seitenverhältnis | 16:9, 1:1, 4:5 (von LinkedIn empfohlen), 9:16 | 1:2,4 bis 2,4:1 |
| Auflösung | 16:9: 1920 × 1080 oder 1200 × 675; 1:1: 360 × 360 bis 1920 × 1920; 4:5: 720 × 900 empfohlen, höchstens 1080 × 1350; 9:16: 720 × 1280 | 256 × 144 bis 4096 × 2304 |
| Untertitel | SRT-Datei, ohne eigene Formatierung wie Schriftfarben | SRT-Datei, vor dem Posten angehängt, am Desktop |
Daraus folgt eine praktische Regel für die Produktion: Eine MP4-Datei mit 25 Bildern pro Sekunde liegt sowohl unter der Grenze für Anzeigen als auch in der Spanne für Beiträge. Wollen Sie einen Videobeitrag später bewerben, gelten für ihn die Anzeigenvorgaben. Exportieren Sie die Feed-Fassung deshalb von vornherein danach, also etwa in 4:5 mit höchstens 1080 × 1350 Pixeln, H.264, unter 30 Bildern pro Sekunde und höchstens 500 MB. Daneben testet LinkedIn In-Stream-Anzeigen von bis zu 90 Sekunden; sie laufen nicht im Feed, sondern in Videos auf anderen Websites, und sind noch nicht für alle Werbekonten verfügbar.
Warum braucht ein Erklärvideo auf LinkedIn Untertitel?
Weil Anzeigen im Feed ohne Ton starten. LinkedIn bestätigt auf seiner Produktseite zu Videoanzeigen, dass Videoanzeigen im Feed automatisch abspielen und der Ton standardmäßig aus ist. Untertitel empfiehlt LinkedIn dort ausdrücklich. Ein Erklärvideo lebt aber oft vom Sprechertext: Ohne Untertitel sieht der Zuschauer bewegte Illustrationen, versteht jedoch nicht, worum es geht. Auch für organische Beiträge lohnen sich Untertitel, denn laut LinkedIn-Hilfe zur automatischen Wiedergabe starten auch normale Beiträge im Feed teils automatisch ohne Ton.
Für Untertitel haben Sie zwei Wege. Der erste ist eine SRT-Datei, also eine Textdatei mit Zeitmarken, die LinkedIn als zuschaltbare Untertitel anzeigt. Bei Anzeigen akzeptiert LinkedIn ausschließlich SRT und keine eigene Gestaltung wie Schriftfarben. Bei normalen Beiträgen muss die SRT-Datei angehängt sein, bevor Sie posten, und das geht nur in der Desktop-Version. Der zweite Weg sind eingebrannte Untertitel, die fest im Bild stehen. LinkedIn rät in seinen Tipps für Videoanzeigen, das zu erwägen. Der Vorteil: Die Untertitel erscheinen immer, in Ihrer Schrift und Farbe. Der Nachteil: Sie lassen sich nachträglich nicht mehr korrigieren. Wählen Sie einen der beiden Wege, nicht beide, sonst stehen die Untertitel doppelt im Bild.
Beitrag, Anzeige oder Hervorheben: Welcher Weg passt?
Ein normaler Beitrag auf der Unternehmensseite kostet nichts und erreicht vor allem die Follower. Eine Anzeige erreicht eine Zielgruppe, die Sie selbst festlegen. Hervorheben liegt dazwischen: Sie bewerben einen bestehenden Seitenbeitrag mit wenigen Klicks. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob Sie Ihre Bestandskontakte ansprechen oder neue Entscheider erreichen wollen.
Wichtig ist ein Detail, das oft übersehen wird: Eine Anzeige, die Sie direkt im Campaign Manager anlegen, erscheint nicht als Beitrag auf Ihrer Unternehmensseite. Umgekehrt lassen sich Videobeiträge Ihrer Seite nachträglich als Videoanzeige bewerben. Das hat einen praktischen Nutzen: Sie posten das Erklärvideo zuerst organisch, sehen an den Reaktionen, ob es trägt, und stecken Budget erst in die Fassung, die bereits funktioniert.
Das Hervorheben, auf LinkedIn auch Boost genannt, ist die schlanke Variante einer Kampagne. LinkedIn schränkt dabei die Auswahl bei Kampagnenziel, Zielgruppenmerkmalen sowie Gebot und Budget ein. Hervorheben geht nur am Desktop, Videobeiträge sind ausdrücklich möglich. Für einen ersten Test reicht das. Wer Zielgruppen genauer steuern oder mehrere Videofassungen gegeneinander testen will, arbeitet besser direkt im Campaign Manager.
Bei Anzeigen gehören auch die Texte rund um das Video zur Planung. LinkedIn empfiehlt für den Einleitungstext über dem Video bis zu 150 Zeichen, damit nichts abgeschnitten wird, erlaubt aber bis zu 3.000. Für die Überschrift unter dem Video gelten 70 Zeichen als Richtwert, höchstens 200.
Wie bauen Sie ein Erklärvideo für den LinkedIn-Feed auf?
Zeigen Sie das Wichtigste in den ersten 10 Sekunden. LinkedIn rät in seinen Tipps für Videoanzeigen, alles, was das Publikum sehen soll, in diesem Zeitraum zu zeigen, weil die Aufmerksamkeit danach sinkt. Für Videos von etwa 30 Sekunden geht LinkedIn noch weiter und empfiehlt, die Kernaussage in den ersten 5 Sekunden zu setzen. Ein klassisches Erklärvideo beginnt dagegen oft mit einer Ausgangslage, die sich langsam aufbaut. Für die Website passt das, im Feed verliert diese Einleitung die Zuschauer, bevor das Produkt überhaupt erscheint.
LinkedIn empfiehlt außerdem, wie ein Stummfilm-Regisseur zu denken, weil ein großer Teil der Mitglieder Anzeigen ohne Ton ansieht. Für ein Erklärvideo heißt das: Die Bilder müssen die Geschichte auch ohne Sprecher tragen, kurze Texteinblendungen nennen den Nutzen, und Ihr Logo oder Produkt ist früh zu sehen. Halten Sie dabei die Ränder des Bildes frei: Laut den Beitragsvorgaben können dort Bedienelemente von LinkedIn über Texten und Logos liegen.
Auch die Länge folgt dieser Logik. LinkedIn empfiehlt, Videos kurz zu halten, und schlägt vor, längere Fassungen zu testen, wenn Sie eine komplexere Produkt- oder Markengeschichte erzählen. Für die Planung ergibt sich daraus eine einfache Staffelung:
- Kurzfassung (15–30 Sekunden): ein Problem, ein Nutzen, ein Aufruf. Sie kommt laut LinkedIn für alle Anzeigenplätze im Feed und im Audience Network infrage.
- Längere Fassung: für Produkte, deren Nutzen sich erst im Ablauf zeigt; als Test gegen die Kurzfassung.
- Vollversion: das komplette Erklärvideo als organischer Beitrag oder auf Ihrer Website, für alle, die mehr wissen wollen.
Was legen Sie für LinkedIn-Fassungen im Briefing fest?
Legen Sie die LinkedIn-Fassungen schon im Briefing fest, nicht erst nach der Abnahme. Ein Erklärvideo für die Website entsteht meist im Querformat 16:9. Für Anzeigen empfiehlt LinkedIn das Hochformat 4:5, möglich sind auch 1:1 und 9:16. Wird ein fertiges Querformat-Video nachträglich beschnitten, fallen die Ränder weg, und dort stehen oft Texteinblendungen, Figuren oder das Logo. Hinzu kommt: Eine spätere Bearbeitung des fertigen Films braucht eine eigene Vereinbarung, und die Projektdateien bleiben bei Explainr. Was im Briefing steht, lässt sich dagegen von Anfang an in Gestaltung und Animation einplanen.
Diese Punkte sollten im Briefing stehen:
- Fassungen und Formate: welche Längen Sie brauchen und in welchen Seitenverhältnissen, etwa 16:9 für die Website und 4:5 für den Feed.
- Einstieg der Kurzfassung: welcher Satz aus dem Sprechertext den Nutzen am knappsten erklärt und deshalb an den Anfang gehört.
- Bildaufbau: wichtige Elemente in der Bildmitte, damit Texte und Logo im Hochformat sichtbar bleiben und nicht von LinkedIns Bedienelementen verdeckt werden.
- Untertitel: eingebrannt oder als SRT-Datei, und für welche Fassung.
- Lieferung: je Fassung eine MP4-Datei nach den Anzeigenvorgaben, falls Sie die Beiträge später bewerben wollen.
Bei Explainr sind Social-Media-Schnitte im Premium-Paket für 9.900 € netto enthalten, zusammen mit Motion Graphics im eigenen Illustrationsstil, einem Konzept-Workshop und einer zweiten Sprachfassung. In den Paketen Smart (3.990 € netto) und Standard (5.990 € netto) sind keine Social-Media-Schnitte vorgesehen; ob und wie Zuschnitte für LinkedIn möglich sind, klären Sie dort im Briefing. Alle Preise gelten für ein Video von einer Minute, die Übersicht finden Sie auf der Seite zu den Kosten für ein Erklärvideo. Die Nutzungsrechte umfassen Website, Social Media, Messe und Vertrieb, der Einsatz auf LinkedIn ist also abgedeckt. Planen Sie die Vollversion länger als 90 Sekunden, bedenken Sie: Eine zweite Minute verdoppelt die Animationsarbeit nahezu.
Woran messen Sie den Erfolg eines Erklärvideos auf LinkedIn?
An der Wiedergabezeit und daran, wie viele Zuschauer bis zum Ende bleiben, nicht an der bloßen Zahl der Aufrufe. Ein Aufruf zählt bei LinkedIn schon nach zwei Sekunden. Laut den Kennzahlen für Videoanzeigen gilt im Campaign Manager ein Video als gesehen, wenn es mindestens zwei Sekunden am Stück läuft und mindestens zur Hälfte auf dem Bildschirm sichtbar ist. Zusätzlich zeigt LinkedIn, wie viele Aufrufe 25, 50 und 75 Prozent des Videos erreicht haben, wie oft es zu 97 bis 100 Prozent angesehen wurde und wie lange ein Aufruf im Durchschnitt dauerte.
Diese Stufen verraten, wo Ihr Video Zuschauer verliert. Fällt die Zahl schon bis zur 25-Prozent-Marke stark ab, trägt der Einstieg nicht, und das Wichtigste gehört weiter nach vorn. Halten die Zuschauer bis zur Mitte und brechen dann ab, ist die Fassung zu lang für den Feed. Diese Auswertung ist der Grund, warum sich mehrere Fassungen lohnen: Sie sehen, welche ihr Publikum hält, und setzen das Budget gezielt ein. Welche Kennzahlen über LinkedIn hinaus zählen, zeigt unser Beitrag zur KPI-Messung im Erklärvideo-Marketing.
Teilen Sie das Video zusätzlich als Person auf Ihrem Profil, liefert LinkedIn eine eigene Beitragsstatistik für Mitglieder. Videoaufrufe zählen dort ebenfalls ab zwei Sekunden am Stück, Wiederholungen eingeschlossen. Dazu kommen die gesamte Wiedergabezeit und die durchschnittliche Wiedergabezeit. Die Video-Auswertung und die Angaben zur Zuschauerschaft bleiben 365 Tage abrufbar. Sichern Sie die Zahlen trotzdem regelmäßig, wenn Sie Kampagnen über längere Zeit vergleichen wollen.
Häufige Fragen zum Erklärvideo auf LinkedIn
Welches Seitenverhältnis ist für LinkedIn am besten?
Für Videoanzeigen empfiehlt LinkedIn das Hochformat 4:5 mit 720 × 900 Pixeln. Es liegt auch im erlaubten Rahmen für normale Beiträge. Das Querformat 16:9 bleibt sinnvoll, wenn Sie dasselbe Video auch auf der Website zeigen.
Kann ich mein Website-Erklärvideo unverändert auf LinkedIn posten?
Technisch ja, sofern Datei und Länge die Vorgaben erfüllen. Inhaltlich fehlt meist der schnelle Einstieg: LinkedIn rät, das Wichtigste in den ersten 10 Sekunden zu zeigen. Ohne Untertitel versteht zudem kaum jemand den Sprechertext, wenn der Ton aus ist.
Welche Datei brauche ich für Untertitel?
Eine SRT-Datei. Bei Anzeigen ist sie ohne eigene Formatierung hochzuladen, bei Beiträgen muss sie vor dem Posten am Desktop angehängt sein. Alternativ werden die Untertitel fest ins Bild eingebrannt.
Erscheint eine LinkedIn-Anzeige auch auf meiner Unternehmensseite?
Nicht als Beitrag, wenn Sie sie direkt im Campaign Manager anlegen. Sie kann aber in der Anzeigenbibliothek Ihrer Seite auftauchen. Soll das Video im Beitragsverlauf der Seite stehen, posten Sie es dort zuerst und bewerben den Beitrag danach.
Was sollten Sie vor dem Start festlegen?
Legen Sie vor der Produktion fest, welche Fassungen Sie für LinkedIn brauchen, in welchem Seitenverhältnis und auf welchem Weg sie ausgespielt werden. Damit lassen sich Bildaufbau, Untertitel und Einstieg von Anfang an darauf ausrichten. Die wichtigsten Punkte im Überblick: MP4 mit 25 Bildern pro Sekunde erfüllt die Vorgaben für Anzeige und Beitrag, 4:5 ist das von LinkedIn empfohlene Format für Anzeigen, Untertitel gehören in jede Fassung, und das Wichtigste steht in den ersten 10 Sekunden. Prüfen Sie nach dem Start die Wiedergabe-Stufen und passen Sie die Fassung an, bevor Sie das Budget erhöhen.
Von Daniel Stoll
Explainr — Erklärvideos seit 2012