Animation
Cut-Out-Animation im Erklärvideo: Stil, Technik, Einsatz
Cut-Out-Animation erklärt: wie ausgeschnittene Figuren bewegt werden, wie sich der Stil von Whiteboard abgrenzt und wann er zu Ihrem Erklärvideo passt.
· 9 Min. Lesezeit · Von Daniel Stoll
Inhalt
- Was bedeutet Cut-Out-Animation genau?
- Wer hat die Cut-Out-Technik geprägt?
- Wie funktioniert Cut-Out-Animation heute?
- Wie unterscheidet sich Cut-Out von Whiteboard und Motion Graphics?
- Wann passt Cut-Out zu Ihrem Erklärvideo und wann nicht?
- Wie sieht Cut-Out in der Praxis aus?
- Was kostet ein Cut-Out-Erklärvideo bei Explainr?
- Häufige Fragen zur Cut-Out-Animation
- Fazit: Ist Cut-Out der richtige Stil für Ihr Erklärvideo?
Cut-Out-Animation ist ein Animationsstil, bei dem ausgeschnittene Figuren und Bildelemente ins Bild gelegt und Stück für Stück bewegt werden. Arme, Beine und Köpfe sind einzelne Teile, die über Gelenke verbunden sind. Im Erklärvideo wirkt der Stil handgemacht statt technisch und eignet sich besonders für Geschichten, in denen Menschen vorkommen.
Wenn Sie ein Erklärvideo erstellen lassen wollen, ist die Stilfrage eine der ersten Entscheidungen. Sie bestimmt, wie das Video wirkt und wie viel Aufwand in jeder Szene steckt. Dieser Beitrag erklärt, was hinter Cut-Out steckt, wer die Technik geprägt hat und wann sie die richtige Wahl ist.
Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:
- Bauweise: Figuren bestehen aus einzelnen, ausgeschnittenen Teilen, die gegeneinander beweglich sind.
- Wirkung: handgemacht, erzählerisch, nah an Menschen und Alltagssituationen.
- Stärken: Abläufe, Vergleiche und Geschichten mit Personen.
- Aufwand: mittel, also zwischen Whiteboard und Motion Graphics.
- Bei Explainr: wählbar im Smart- und im Standard-Paket.
Was bedeutet Cut-Out-Animation genau?
Cut-Out-Animation bedeutet wörtlich „Ausschnitt-Animation“: Alles, was sich im Bild bewegt, ist aus einzelnen Teilen zusammengesetzt, die wie Scherenschnitte oder Papierfiguren aufgebaut sind. Statt jedes Bild neu zu zeichnen, verschiebt, dreht und kippt der Animator die vorhandenen Teile. Daraus entsteht die typische Bewegung, die etwas Spielerisches und Greifbares hat.
Explainr beschreibt den Stil auf seiner Leistungsseite so: Ausgeschnittene Figuren und Elemente werden ins Bild gelegt und bewegt, der Blick folgt der Bewegung fast zwangsläufig. Genau darin liegt der Nutzen für Ihre Kommunikation. Weil sich in jeder Szene etwas Konkretes bewegt, bleibt die Aufmerksamkeit beim Inhalt und nicht bei abstrakten Grafiken.
Ein Begriff sorgt immer wieder für Verwirrung: Legetechnik. Bei Explainr zählt die Legetechnik zur Whiteboard-Animation. Cut-Out ist bei Explainr ein eigener Stil.
Wichtig für Ihre Entscheidung ist, dass Cut-Out kein Billig-Ersatz für aufwendigere Animation ist. Der Stil hat eine eigene Bildsprache. Er erzählt mit Figuren, Requisiten und Schauplätzen, und er funktioniert dann am besten, wenn Ihre Botschaft sich über Menschen und Situationen erzählen lässt.
Wer hat die Cut-Out-Technik geprägt?
Prägend für den Stil war Lotte Reiniger. Das Deutsche Historische Museum stellt sie in seiner Würdigung von Reinigers Scherenschnittfilm als Meisterin des Silhouetten- oder Scherenschnitt-Animationsfilms vor. Ihr Film „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ stammt aus dem Jahr 1926.
Wie diese Figuren gebaut waren, beschreibt der Eintrag zu Lotte Reiniger in der Deutschen Biographie: handgeschnittene Figuren aus Pappe und gewalztem Blei mit beweglichen, durch Draht verbundenen Gliedern. Das ist im Kern bis heute das Prinzip jeder Cut-Out-Figur. Einzelne Teile, verbunden über Gelenke, werden für jede Aufnahme ein kleines Stück weiterbewegt.
Wie viel Handarbeit das bedeutete, zeigt der Umfang des Films. Laut einem Freitag-Beitrag über Lotte Reiniger wurde er aus mehreren hunderttausend Einzelaufnahmen zusammengesetzt. Jede Bewegung musste von Hand gelegt und fotografiert werden.
Für Ihr Erklärvideo heißt das: Der Look, den Sie heute bei Cut-Out sehen, hat eine lange Tradition. Er wirkt vertraut, weil er an Papier, Schere und Bastelarbeit erinnert. Gerade diese Nähe macht ihn zugänglich für Zuschauer, die mit Ihrem Thema noch nichts zu tun hatten.
Wie funktioniert Cut-Out-Animation heute?
Heute entsteht Cut-Out digital, das Prinzip ist aber gleich geblieben: Eine Figur wird in Einzelteile zerlegt, jedes Teil liegt auf einer eigenen Ebene, und ein Gelenkgerüst verbindet die Teile. Animiert wird, indem man diese Teile bewegt, nicht indem man neu zeichnet.
Die Animationssoftware Toon Boom Harmony zeigt in ihrer Dokumentation zum Figurenaufbau, wie das technisch aussieht. Eine Cut-Out-Figur besteht aus einzelnen Ebenen. Dazu kommen sogenannte Pegs, Ebenen ohne eigene Zeichnung, die die darunterliegenden Zeichnungen bewegen und drehen. Hängt die Hand am Unterarm und der Unterarm am Oberarm, bewegt sich beim Heben der Schulter der ganze Arm mit.
Dieses Gelenkgerüst heißt Rig. Laut der Toon-Boom-Anleitung zur Cut-Out-Animation entsteht es aus Peg-Hierarchien, Gruppen, Cuttern und Deformern. Einfache Bewegungen lassen sich mit dem Transform-Werkzeug umsetzen, also durch Verschieben, Drehen und Skalieren. Für weichere, biegsame Bewegungen kommen Deformer zum Einsatz.
Der Ablauf in einer Produktion folgt daraus fast von selbst:
- Figuren und Elemente gestalten: Personen, Requisiten und Hintergründe werden gezeichnet und in bewegliche Teile zerlegt.
- Riggen: Die Teile werden über Gelenke verbunden, damit sie sich natürlich bewegen.
- Animieren: Szene für Szene werden die Teile bewegt, passend zu Sprechertext und Musik.
Warum ist das für Sie relevant? Der Aufwand steckt vor allem im Aufbau der Figuren. Ist eine Figur einmal gerigged, lässt sie sich in vielen Szenen wiederverwenden. Darum passt Cut-Out gut zu Geschichten mit wiederkehrenden Personen.
Wie unterscheidet sich Cut-Out von Whiteboard und Motion Graphics?
Cut-Out liegt zwischen Whiteboard und Motion Graphics, sowohl in der Wirkung als auch im Aufwand. Whiteboard lebt vom Zeichnen vor den Augen des Zuschauers, Motion Graphics von Kamerafahrten und exaktem Corporate Design, Cut-Out von bewegten Figuren.
| Stil | Wie das Bild entsteht | Geeignet für | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Whiteboard | Alles wird vor den Augen des Zuschauers gezeichnet | komplexe Zusammenhänge, Software, Beratung | gering |
| Cut-Out | Ausgeschnittene Figuren und Elemente werden ins Bild gelegt und bewegt | Abläufe, Vergleiche, Geschichten mit Personen | mittel |
| Motion Graphics | Freie Kamerafahrten, bewegte Typografie, exakt umgesetztes Corporate Design | Marke, Kampagne, Investoren, Messe | hoch |
Die Unterschiede im Aufwand erklären sich aus der Arbeit pro Szene. Auf der Seite zu den Erklärvideo-Kosten heißt es dazu: Legetechnik und Whiteboard arbeiten mit flächigen Elementen, Motion Graphics braucht durch Kamerafahrten, bewegte Typografie und exaktes Corporate Design deutlich mehr Stunden pro Szene. Cut-Out braucht mehr als Whiteboard, weil Figuren gebaut und gerigged werden, aber weniger als Motion Graphics.
Für Ihre Wahl zählt deshalb weniger, welcher Stil „schöner“ ist, sondern was Ihr Thema braucht. Geht es um einen abstrakten Zusammenhang, den Sie Schritt für Schritt aufbauen wollen, spricht viel für Whiteboard. Steht Ihre Marke im Vordergrund, etwa bei einer Kampagne oder einem Messeauftritt, ist Motion Graphics die stärkere Wahl.
Wann passt Cut-Out zu Ihrem Erklärvideo und wann nicht?
Cut-Out passt, wenn sich Ihre Botschaft über Menschen erzählen lässt. Eine Kundin mit einem Problem, ein Mitarbeiter in einer typischen Situation, ein Ablauf aus Sicht derer, die ihn erleben: Solche Geschichten trägt der Stil besonders gut. Er macht aus einer Leistungsbeschreibung eine Szene, in der sich Ihre Zielgruppe wiedererkennt.
Gut geeignet ist Cut-Out zum Beispiel für:
- Abläufe: ein Prozess, den eine Person Schritt für Schritt durchläuft.
- Vergleiche: vorher und nachher, mit und ohne Ihr Angebot.
- Pflicht- und Schulungsthemen: Regeln, die in Alltagssituationen übersetzt werden.
- Angebote für Mitarbeitende: Leistungen, die man am besten an einem konkreten Menschen zeigt.
Weniger passend ist Cut-Out, wenn Ihr Video ein exakt umgesetztes Corporate Design mit Kamerafahrten und bewegter Typografie braucht. Dafür ist Motion Graphics gemacht. Auch bei sehr abstrakten Inhalten, etwa einer Software-Architektur ohne handelnde Personen, spielt Cut-Out seine Stärke nicht aus. Hier hält das Zeichnen beim Whiteboard die Aufmerksamkeit oft besser, weil der Zuschauer zusieht, wie der Zusammenhang entsteht.
Eine einfache Prüffrage hilft: Gibt es in Ihrem Video eine Person, der etwas passiert? Wenn ja, ist Cut-Out ein starker Kandidat.
Wie sieht Cut-Out in der Praxis aus?
In unseren Cut-Out-Projekten zeigt sich immer wieder dasselbe Muster: Das Thema wird nicht erklärt, sondern erzählt. Drei Beispiele aus unseren Cut-Out-Referenzen machen das greifbar.
Für den ARGU Holzfachmarkt ging es um einen flexiblen Handlauf. Statt Produktmerkmale aufzuzählen, erzählt das Video von einem Rentner, der seinen Garten und seinen Hund nicht aufgeben und deshalb nicht ins Heim ziehen will. Das Produkt wird so zur Lösung für ein Problem, das jeder sofort versteht.
Bei insic war das Thema Geldwäscheprävention in Wettbüros, ein Pflichtthema mit vielen Vorgaben. Das Video übersetzt diese Vorgaben in konkrete Situationen am Kassentresen, statt Gesetzestexte zu zitieren. Genau hier spielt Cut-Out seine Stärke aus: Figuren in einer erkennbaren Umgebung machen trockene Regeln anschaulich.
Für die Sira GmbH erklärt ein Video die betriebliche Kinderbetreuung. Das Angebot hat mehrere Umsetzungsschritte, erzählt wird es über eine Mitarbeiterin namens Lisa und ihre Rückkehr in den Job. Aus einer Leistungsbeschreibung wird so eine Geschichte, in der sich Beschäftigte wiederfinden.
Was kostet ein Cut-Out-Erklärvideo bei Explainr?
Ein Cut-Out-Erklärvideo von einer Minute kostet bei Explainr 3.990 € netto im Smart-Paket oder 5.990 € netto im Standard-Paket. Der Unterschied liegt darin, wie stark Ihr Team mitgestaltet und wie das Skript entsteht.
Im Smart-Paket wählen Sie zwischen Whiteboard, Cut-Out und Motion Graphics. Das Skript entsteht aus Ihrem Briefing, pro Prozessschritt ist eine Korrekturschleife enthalten, und die Lieferung erfolgt in 3 bis 4 Wochen. Das passt, wenn Ihre Botschaft bereits klar ist.
Im Standard-Paket wählen Sie zwischen Cut-Out und Whiteboard mit Farbe. In einem Online-Workshop klären wir gemeinsam die Botschaft, unsere Autoren schreiben das Skript, und die Figuren entstehen nach Ihren Vorgaben. Die Lieferung erfolgt in 4 bis 6 Wochen. Für Cut-Out ist das oft der passendere Weg, weil die Figuren das Gesicht Ihres Videos sind.
Zwei Punkte sollten Sie bei der Planung kennen. Erstens beziehen sich die Paketpreise auf ein Video von einer Minute, und eine zweite Minute verdoppelt die Animationsarbeit nahezu. Zweitens kostet jede weitere Korrekturschleife über die enthaltenen hinaus 500 € netto. Zu den Rechten gilt: Sie erhalten die Nutzungsrechte, etwa für Website, Social Media, Messe und Vertrieb. Nur für Fernsehen und Rundfunk vereinbaren wir die Senderechte gesondert.
Häufige Fragen zur Cut-Out-Animation
Wie lange dauert die Produktion eines Cut-Out-Erklärvideos? Im Smart-Paket erfolgt die Lieferung in 3 bis 4 Wochen, im Standard-Paket in 4 bis 6 Wochen, jeweils für ein Video von einer Minute.
Kann Cut-Out mein Corporate Design abbilden? Ja, im Standard-Paket: Dort werden die Figuren nach Ihren Vorgaben gestaltet. Im Smart-Paket arbeitet Explainr im vorhandenen Stil auf Basis Ihres Briefings. Brauchen Sie ein exakt umgesetztes Corporate Design mit Kamerafahrten und bewegter Typografie, ist Motion Graphics die passendere Wahl.
Für welche Themen eignet sich Cut-Out am besten? Für Abläufe, Vergleiche und Geschichten mit Personen, also überall dort, wo sich Ihre Botschaft an einem Menschen und seiner Situation zeigen lässt.
Fazit: Ist Cut-Out der richtige Stil für Ihr Erklärvideo?
Cut-Out-Animation erzählt mit ausgeschnittenen, beweglichen Figuren und wirkt dadurch handgemacht und nahbar. Der Stil knüpft an den Scherenschnittfilm von Lotte Reiniger an und entsteht heute digital mit Ebenen und Gelenkgerüsten. Er passt am besten, wenn Ihre Botschaft sich über Menschen und Situationen erzählen lässt, und liegt im Aufwand zwischen Whiteboard und Motion Graphics.
Wenn Sie prüfen wollen, ob Cut-Out zu Ihrem Thema passt, schauen Sie sich die Referenzen an und sprechen Sie uns mit Ihrem Anliegen an. Gemeinsam klären wir, welcher Stil und welches Paket Ihre Botschaft am besten tragen.
Von Daniel Stoll
Explainr — Erklärvideos seit 2012