Traditionelle Werbung
Was kostet TV-Werbung? Preise 2026 für Spots im Fernsehen
Was ein TV-Spot 2026 kostet: belegte Preise von ARD und ZDF, Tausend-Kontakt-Preis, regionale Werbung und ein Rechenbeispiel.
· 10 Min. Lesezeit · Von Daniel Stoll
Inhalt
- Wie berechnet sich der Preis eines TV-Spots?
- Was kostet Werbung im ZDF und im Ersten 2026?
- Was kosten RTL, ProSieben und Sat.1?
- Was ist der Tausend-Kontakt-Preis, und warum zählt er mehr als der Spotpreis?
- Was kostet regionale TV-Werbung?
- Rechenbeispiel: Was kostet eine kleine TV-Kampagne?
- Was kostet die Produktion eines TV-Spots?
- Lohnt sich TV-Werbung 2026 noch?
- Häufige Fragen zu den Kosten von TV-Werbung
Ein 30-Sekunden-Spot im Ersten kostet 2026 im Jahresschnitt am Nachmittag 8.400 Euro, direkt vor der Tagesschau bis zu 61.500 Euro und in der Sportschau 79.500 Euro — pro Ausstrahlung und nach Listenpreis. In den Monaten vor Weihnachten liegen die Preise darüber. Eine Kampagne mit mehreren Schaltungen erreicht damit schnell sechsstellige Beträge, die Produktion des Spots noch nicht eingerechnet. Dieser Beitrag zeigt die Preise, die Sender tatsächlich veröffentlichen (Stand: September 2026), rechnet eine kleine Kampagne durch und nennt die günstigeren Wege ins Fernsehen.
Wie berechnet sich der Preis eines TV-Spots?
Der Preis eines TV-Spots ergibt sich aus dem Sekundenpreis der gebuchten Werbeinsel, multipliziert mit der Länge des Spots. Beim ZDF gilt das ohne Ausnahme: Laut Preisliste des ZDF Werbefernsehens für 2026 ist der Spotpreis immer der Sekundenpreis mal der Spotlänge, ein 20-Sekunden-Spot kostet dort also doppelt so viel wie ein 10-Sekunden-Spot. Andere Vermarkter verlangen für kurze Spots einen Aufschlag — im Ersten sind es laut Preissystematik der ARD MEDIA 10 Prozent für Spots von 18 Sekunden und kürzer. Der kürzere Spot ist dort also etwas teurer, als die reine Sekundenrechnung vermuten lässt.
Der Sekundenpreis selbst hängt von drei Größen ab. Erstens von der Uhrzeit: Der Vorabend vor den Hauptnachrichten ist deutlich teurer als der Nachmittag. Zweitens vom Monat: Im November, wenn der Handel vor Weihnachten wirbt, liegen die Preise im ZDF fast doppelt, im Ersten rund zweieinhalbmal so hoch wie im Juli und August. Drittens vom Programmumfeld, also davon, welche Sendung vor und nach der Werbeinsel läuft. Die durchschnittliche Werbespotlänge in Deutschland liegt nach Angabe des ZDF bei 19 Sekunden — die meisten Spots sind also deutlich kürzer als die oft zitierten 30 Sekunden.
Alle Preise in diesem Beitrag sind Listenpreise. Vermarkter gewähren Rabatte, etwa nach gebuchtem Volumen; was ein Werbekunde am Ende zahlt, verhandelt in der Regel eine Mediaagentur.
Was kostet Werbung im ZDF und im Ersten 2026?
Von den großen Sendern veröffentlichen ZDF und ARD ihre Preislisten für 2026 frei zugänglich; bei RTL, ProSieben und Sat.1 ist das nicht der Fall. Im ZDF kostet eine Sekunde klassischer Werbung im Jahresschnitt zwischen 372 Euro in der günstigsten Preisgruppe und 1.413 Euro am Vorabend; im November steigt der Vorabend auf 1.752 Euro.
| Werbeplatz (ZDF, Preisliste 2026) | Preis pro Sekunde | 20-Sekunden-Spot | 30-Sekunden-Spot |
|---|---|---|---|
| Günstigste Preisgruppe (07), Jahresschnitt | 372 € | 7.440 € | 11.160 € |
| Preisgruppe 15, Jahresschnitt | 618 € | 12.360 € | 18.540 € |
| Dienstag 19:49 Uhr, Jahresschnitt | 1.387 € | 27.740 € | 41.610 € |
| Montag bis Freitag 19:18 Uhr, November | 1.752 € | 35.040 € | 52.560 € |
Einen Sonderfall bildet die „heute-Uhr“, der Werbeplatz unmittelbar vor den „heute“-Nachrichten um 19 Uhr. Sie wird nur wochenweise verkauft, mit mindestens 120 Sekunden pro Woche. Der Sekundenpreis liegt 2026 zwischen 766 Euro in den Sommerwochen und 1.637 Euro im November; eine Woche mit einem täglichen 20-Sekunden-Spot kostet damit zwischen 91.920 Euro und 196.440 Euro. Wer „Werbung vor den Nachrichten“ sucht, landet also schnell bei einem sechsstelligen Wochenbudget.
Im Ersten nennt ARD MEDIA die Preise direkt für 30-Sekunden-Spots; die folgenden Beispiele stammen aus den Preisänderungen im Ersten ab September 2026. Es sind Jahresdurchschnitte: Sie entsprechen der Spalte „Ø 2026“ im Preis-Cluster 2026 von ARD MEDIA, das die Preise je Monat ausweist. Von September bis Dezember liegen alle Monate über diesem Schnitt.
| Werbeplatz (Das Erste, Preise 2026) | 30-Sekunden-Spot, Jahresschnitt |
|---|---|
| Werbeblock 05, Montag bis Freitag, 16:58 Uhr | 8.400 € |
| Solospot 19:57 Uhr vor der Tagesschau, Montag | 43.800 € |
| Best Minutes 19:58 Uhr vor der Tagesschau, Samstag | 61.500 € |
| Werbeblock 96 in der Sportschau, Bundesliga-Samstag | 79.500 € |
Was kosten RTL, ProSieben und Sat.1?
Für die großen Privatsender gibt es keine öffentlich überprüfbaren Spotpreise. Ad Alliance, der Vermarkter von RTL, stellt seine Preisliste für klassische TV-Spots nur nach Anmeldung bereit; dasselbe gilt für Seven.One Media, den Vermarkter von ProSieben und Sat.1. Zahlen, die im Netz für „30 Sekunden bei RTL“ kursieren, lassen sich deshalb nicht belegen — wir nennen sie hier bewusst nicht.
Öffentlich ist dagegen die Video-Preisliste 2026 von Ad Alliance für Werbung auf dem Fernseher über das Internet. Gemeint sind Spots, die auf internetfähigen Fernsehern ausgespielt werden — entweder als Einblendung ins laufende Programm (Addressable TV) oder vor und während Streaming-Inhalten (Connected TV). Abgerechnet wird dort nicht pro Sekunde, sondern pro tausend Kontakte: für die meisten Spots von 10 bis 30 Sekunden 100 bis 115 Euro brutto. Das Mindestbudget liegt bei 15.000 Euro netto für eine bundesweite und 7.500 Euro netto für eine regionale Kampagne.
Was ist der Tausend-Kontakt-Preis, und warum zählt er mehr als der Spotpreis?
Der Tausend-Kontakt-Preis, kurz TKP, gibt an, was es kostet, tausend Menschen mit einem Spot zu erreichen. Er macht teure und günstige Werbeplätze vergleichbar: Ein Spot für 40.000 Euro, der vier Millionen Menschen erreicht, ist pro Kontakt günstiger als einer für 5.000 Euro vor 200.000 Zuschauern.
Wie niedrig der TKP im linearen Fernsehen sein kann, zeigt wieder die heute-Uhr: Im ersten Quartal 2025 erreichte sie laut ZDF-Preisliste im Schnitt 1,756 Millionen Haushaltsvorstände zu einem TKP von 16,37 Euro, gerechnet auf einen 20-Sekunden-Spot. Die meisten Internet-Formate von Ad Alliance liegen mit 100 bis 115 Euro deutlich darüber. Direkt vergleichbar sind die Zahlen allerdings nicht: Die eine zählt Haushaltsvorstände vor dem Fernseher, die andere ausgespielte Spots auf einzelnen Geräten, die sich genauer nach Region oder Zielgruppe steuern lassen. Für ein Unternehmen, das nur eine Region oder eine bestimmte Käufergruppe erreichen will, ist der höhere TKP deshalb nicht automatisch das schlechtere Geschäft — es zahlt nicht für Zuschauer, die es gar nicht erreichen will.
Was kostet regionale TV-Werbung?
Regionale TV-Werbung beginnt bei den Internet-Formaten von Ad Alliance mit einem Mindestbudget von 7.500 Euro netto für die ganze Kampagne. Bei einem TKP von 105 Euro brutto für einen 10- bis 20-Sekunden-Spot — 100 Euro plus 5 Euro Aufschlag für die Ausspielung nach Bundesland, Stadt oder Postleitzahl — reicht dieses Budget rechnerisch für gut 70.000 Kontakte; das Budget ist netto, der TKP brutto, die tatsächliche Zahl hängt also von den Rabatten ab.
Lokale Sender und Ballungsraumsender wie in München, Berlin oder Hamburg nennen ihre Preise in der Regel auf Anfrage. Ihre Reichweite ist auf die eigene Region begrenzt. Wer regional wirbt, sollte deshalb nicht den Spotpreis vergleichen, sondern fragen, wie viele Menschen aus der eigenen Zielgruppe er für das Budget erreicht.
Rechenbeispiel: Was kostet eine kleine TV-Kampagne?
Eine kleine bundesweite Kampagne im ZDF mit einem 20-Sekunden-Spot und zehn Schaltungen in Preisgruppe 15 kostet nach Listenpreis 123.600 Euro: 10 Schaltungen mal 20 Sekunden mal 618 Euro. Eine Woche heute-Uhr im November — sechs Tage, täglich 20 Sekunden — kostet 196.440 Euro. Am wenigsten kostet ein kurzer Spot in einer günstigen Werbeinsel: 10 Sekunden in der günstigsten ZDF-Preisgruppe kosten im Jahresschnitt 3.720 Euro. Wer eine ganze Kampagne nur in einer Region zeigen will, beginnt über Addressable TV bei 7.500 Euro netto.
| Variante | Rechnung | Listenpreis |
|---|---|---|
| ZDF, Preisgruppe 15, 10 × 20 Sekunden | 10 × 20 × 618 € | 123.600 € |
| ZDF heute-Uhr, eine Woche im November | 6 × 20 × 1.637 € | 196.440 € |
| ZDF, ein 10-Sekunden-Spot, Preisgruppe 07 | 10 × 372 € | 3.720 € |
| Addressable TV, regional, Mindestbudget | — | 7.500 € netto |
Hinzu kommen in jedem Fall die Kosten für den Spot selbst und — falls eine Agentur die Planung übernimmt — deren Vergütung.
Was kostet die Produktion eines TV-Spots?
Die Produktion ist der zweite große Kostenblock, und sie schwankt stärker als die Sendezeit. Ein Spot mit Drehteam, Schauspielern und Location wird anders kalkuliert als ein animierter Spot, der ohne Dreh auskommt: Drehtage, Gagen und Postproduktion bestimmen den Preis. Eine neutrale, belastbare Preisspanne für TV-Spot-Produktionen in Deutschland ist uns nicht bekannt; die Zahlen im Netz stammen fast ausnahmslos von Produktionsfirmen.
Für animierte Filme können wir aus eigener Erfahrung sprechen: Explainr produziert seit 2012 Erklär- und Produktvideos für über 500 Kunden. Ein fertig animiertes Video von einer Minute kostet bei uns zwischen 1.990 und 5.990 Euro netto als Festpreis; die Pakete im Einzelnen stehen auf unserer Preisseite für Erklärvideos. Wichtig für alle, die an Fernsehen denken: Die Ausstrahlung im Fernsehen ist in diesen Paketen nicht enthalten. Die Senderechte vereinbaren wir gesondert, weil sie einen eigenen Rechteumfang betreffen. Worin sich ein erklärender Film von einem klassischen Werbefilm unterscheidet, beschreibt der Beitrag zum Unterschied zwischen Erklärfilm und Werbefilm.
Lohnt sich TV-Werbung 2026 noch?
Für große Marken mit breiter Zielgruppe ja, für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen eher nicht. Das Fernsehen erreicht noch immer ein Massenpublikum, aber es schrumpft: Die tägliche Sehdauer lag 2025 laut AGF Videoforschung bei 158 Minuten, 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren es nur noch 67 Minuten.
Das Geld der Werbekunden folgt dieser Entwicklung. Laut Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft wuchs der Bereich Fernsehen und Bewegtbild 2024 insgesamt um 2,5 Prozent — das lineare Fernsehen schrumpfte dabei um 1,9 Prozent, digitale Videoformate legten um 13,6 Prozent zu. 2025 verlor das lineare Fernsehen nach einer Auswertung von Media Perspektiven bei den Brutto-Werbeausgaben 4,2 Prozent, rund 722 Millionen Euro.
Für ein Unternehmen mit begrenztem Budget heißt das: Ein guter Film ist die Voraussetzung, die Sendezeit die Kür. Ein animiertes Video lässt sich auf der eigenen Website, auf Messen, im Vertrieb und in sozialen Netzwerken einsetzen — und später immer noch im Fernsehen, wenn die Senderechte dazugebucht werden. Welche Formate sich dafür eignen, zeigt unsere Seite zum Erklärvideo für Unternehmen; animierte Filme über ein einzelnes Produkt beschreibt die Seite zum Produktvideo.
Häufige Fragen zu den Kosten von TV-Werbung
Was kosten 30 Sekunden Werbung im Fernsehen?
Im Ersten kosten 30 Sekunden 2026 nach Listenpreis im Jahresschnitt zum Beispiel 8.400 Euro am Nachmittag (16:58 Uhr) und 79.500 Euro in der Sportschau am Bundesliga-Samstag. Im ZDF liegt klassische Werbung im Jahresschnitt zwischen 11.160 Euro und 42.390 Euro. Im November sind die Preise höher. Für RTL, ProSieben und Sat.1 veröffentlichen die Vermarkter ihre Spotpreise nicht frei zugänglich.
Was kostet eine Minute Werbung im Fernsehen?
Im ZDF kostet eine Minute nach Listenpreis 2026 im Jahresschnitt zwischen 22.320 Euro (günstigste Preisgruppe) und 84.780 Euro (Vorabend), in Preisgruppe 15 37.080 Euro. Minutenspots sind allerdings selten — der durchschnittliche Spot in Deutschland ist 19 Sekunden lang.
Was kostet Werbung vor den Nachrichten?
Die heute-Uhr vor den ZDF-Nachrichten um 19 Uhr wird wochenweise verkauft: 2026 kostet eine Woche mit täglich 20 Sekunden zwischen 91.920 Euro und 196.440 Euro. Im Ersten kostet ein 30-Sekunden-Spot direkt vor der Tagesschau im Jahresschnitt zwischen 34.200 Euro (Solospot 19:57 Uhr, donnerstags) und 61.500 Euro (Best Minutes 19:58 Uhr, samstags).
Was ist die günstigste Art, im Fernsehen zu werben?
Am wenigsten kostet ein kurzer Spot in einer günstigen Werbeinsel: 10 Sekunden im ZDF kosten in der günstigsten Preisgruppe im Jahresschnitt 3.720 Euro. Wer gezielt nur eine Region erreichen will, bucht Addressable TV: Spots, die auf internetfähigen Fernsehern einer Region ausgespielt werden, bei Ad Alliance ab 7.500 Euro netto je Kampagne.
Von Daniel Stoll
Explainr — Erklärvideos seit 2012